Mit Spikes über Schnee und Eis

Zur Einstimmung auf die Rallyesaison 2009 reisten Mark Wallenwein und Stefan Kopczyk vom 18. Februar bis 22. Februar nach Finnland, um beim zweiten Lauf zur finnischen Rallyemeisterschaft anzutreten. Wie bereits im Jahr 2007 gelang ein Deal mit dem Finnen Kari Hytönen, der dem ADAC Stiftung Sport Youngster die Teilnahme an der Rallye für ein überschaubares Budget ermöglichte. Die einzigen Deutschen Starter bei dieser Rallye gingen mit einem spikebereiften Suzuki Ignis Sport in der Standard 1600 Klasse ins Rennen. Nach der Tahko Spa Ralli im Februar 2007 war es die zweite Veranstaltung dieser Art für Mark Wallenwein.

Auf sieben Wertungsprüfungen galt es insgesamt 102,90 km auf Zeit zurückzulegen. Aufgrund der knapp bemessenen Zeit war ein Test vor der Rallye leider nicht möglich. Bereits wenige Meter nach dem Start der ersten Wertungsprüfung offenbarte die Strecke eine völlig neue Charakteristik gegenüber dem Recce. Die Allradler haben wieder einmal gewütet und die Wertungsprüfung mit teils tiefen Spuren gezeichnet. Dennoch gelangen mit den ungewohnten Spikes von Beginn an passable Zeiten. Die dritte WP mit 23.5 km die zweitlängste der Rallye, sollte ein echter Scharfrichter werden. Bereits am Start wiesen die Organisatoren auf zahlreiche Abschnitte mit verunfallten Fahrzeugen hin. Diese WP wurde von den Teilnehmern bereits nach dem Recce als Reifenmordend eingestuft. Denn auf einigen Passagen kam der Schotter durch die teils relativ dünne Schneedecke. Die Befürchtungen bewahrheiteten sich. Zur Mitte der Wertungsprüfungen machte sich am Suzuki Ignis stark nachlassender Gripp bemerkbar. Im Ziel war der rechte Vorderreifen nur noch von einer handvoll Spikes gespickt.

Eine der kniffligsten Passagen der Rallye erwartete die Teilnehmer auf WP4. Nach einer schnellen Passage führt die Strecke in ein enges und winkliges Waldstück. Hier verabschiedeten sich die Gegner gleich Reihenweise. Viele steckten in Schneehaufen fest oder setzten Ihr Fahrzeug an einen Baum. Mark und Stefan behielten die Übersicht und kämpften sich unbeschadet ins Ziel.

Die letzten beiden Wertungsprüfungen wurden bei Dunkelheit absolviert. Lagerfeuer am Wegesrand sorgten für eine eindrucksvolle Atmosphäre in den finnischen Wäldern. Schließlich sahen Mark Wallenwein und Stefan Kopczyk die Zielrampe in Mikkeli als Vierte in der Standard 1600 Klasse. Weniger als zwei Minuten Rückstand auf den Klassensieger machen Mut und Lust auf mehr. "Wir waren die ganze Rallye über nicht am Limit unterwegs. Dafür fehlt uns schlichtweg die Erfahrung mit dieser Art Untergrund. Da wir die gesamte Rallye nur mit gebrauchten Spikereifen bestritten haben und alle anderen Klassenteilnehmer ausschließlich auf neue Pneus setzten, hatten wir darüber hinaus einen nicht unerheblichen Nachteil."

Nun fiebern die beiden dem kommenden Wochenende entgegen. Dann führen sie ihr neues Arbeitsgerät, den Renault Clio R3 zum ersten Mal als Vorausfahrzeug bei der Rallye Südliche Weinstraße aus.

Video: Wikinger Onboard SS1
 
Video: Rollout Fabia S2000
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